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Bitkom Cloud Report 2026: Wunsch nach digitaler Souveränität wächst

Der Bitkom Cloud Report 2026 zeigt, dass Fragen nach Abhängigkeiten und digitaler Souveränität für deutsche Unternehmen an Bedeutung gewinnen. 85 Prozent der Befragten halten Deutschland für zu abhängig von US-Cloud-Anbietern. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach stärkeren deutschen und europäischen Cloud-Angeboten.

Bitkom Cloud Report 2026

Je wichtiger Cloud-Infrastrukturen werden, desto stärker rücken deshalb auch Transparenz, Wechselmöglichkeiten und technologische Kontrolle in den Fokus. Für die repräsentative Studie hat Bitkom Research 603 Unternehmen in Deutschland mit mindestens 20 Beschäftigten befragt.

Zentrale Rolle der öffentlichen Hand

Eine zentrale Rolle schreiben die Befragten der öffentlichen Hand zu. 90 Prozent sind der Ansicht, dass staatliche Stellen stärker auf europäische oder souveräne Cloud-Lösungen setzen sollten. Viele Unternehmen sehen den Staat dabei nicht nur als Regulierer, sondern auch als Anwender und Vorbild.

Gerade die öffentliche Beschaffung kann Einfluss darauf nehmen, welche Anforderungen sich im Markt etablieren. Werden offene Standards, Interoperabilität, Datenportabilität und Wechselmöglichkeiten bereits bei Ausschreibungen berücksichtigt, wird digitale Souveränität zu einem konkreten Kriterium für IT-Infrastrukturen.

Das betrifft nicht nur die Frage, wo eine Cloud betrieben wird. Ebenso relevant ist, wie viel Kontrolle Organisationen über ihre Daten und technischen Entscheidungen behalten.

Souveränität braucht Transparenz

Viele Unternehmen sehen hier noch Defizite. 87 Prozent vermissen bei souveränen Cloud-Angeboten internationaler Anbieter ausreichende Transparenz über Datenverarbeitung und Zugriffsrechte. Mehr als die Hälfte bewertet zudem die rechtlichen und regulatorischen Anforderungen an solche Angebote als unklar oder uneinheitlich.

Ein Rechenzentrum in Deutschland oder Europa allein reicht nicht aus, um digitale Souveränität zu beurteilen. Unternehmen und Behörden müssen nachvollziehen können, wer Daten verarbeitet, welche Zugriffsmöglichkeiten bestehen und welchen rechtlichen Rahmenbedingungen ein Anbieter unterliegt.

Hinzu kommt die technische Perspektive: Sind Schnittstellen offen dokumentiert? Lassen sich Daten vollständig exportieren? Und kann eine Organisation ihre Infrastruktur später verändern oder zu einem anderen Anbieter wechseln?

Lock-in begrenzt die Wahlfreiheit

Wie relevant solche Fragen werden, zeigt sich spätestens bei einem Anbieterwechsel. 59 Prozent der cloudnutzenden Unternehmen nennen Lock-in-Effekte als Hindernis beim Anbieterwechsel. Damit sind sie die am häufigsten genannte Wechselbarriere. Schwierige Datenexporte, aufwendige Migrationen oder eng gekoppelte Anwendungen können dazu führen, dass eine einmal getroffene Entscheidung nur mit erheblichem Aufwand rückgängig gemacht werden kann.

Wechselfähigkeit sollte nicht erst dann eine Rolle spielen, wenn ein Provider tatsächlich ersetzt werden soll. Sie gehört von Beginn an in die Strategie.

Offene Schnittstellen, portable Daten und interoperable Systeme können dazu beitragen, Abhängigkeiten zu begrenzen und technologische Handlungsspielräume zu erhalten. Auch der Cloud Report empfiehlt, Wechseloptionen frühzeitig zu berücksichtigen und Lock-in-Risiken gezielt zu reduzieren.

Digitale Souveränität bedeutet in diesem Sinne nicht Abschottung. Es geht darum, auch langfristig selbst entscheiden zu können, welche Technologien eingesetzt werden und wie die eigene Infrastruktur gestaltet ist.

Open Source schafft mehr Kontrolle und Wahlfreiheit

Offener Quellcode macht technische Strukturen nachvollziehbarer und ermöglicht unabhängige Prüfungen. Offene Standards und Schnittstellen erleichtern zugleich die Integration in bestehende IT-Landschaften und können die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern reduzieren.

Dadurch wird eine Infrastruktur allerdings noch nicht souverän. Das Zusammenspiel aus Software, Betriebsmodell, Infrastruktur, Datenschutz, Zugriffsrechten und Governance ist hier genauer zu betrachten.

OpenCloud setzt als Open-Source-Plattform für Filemanagement und digitale Zusammenarbeit auf offene Schnittstellen und flexible Betriebsmodelle. Organisationen können die Plattform in ihrer eigenen Infrastruktur betreiben oder als gehostete Lösung nutzen. Damit behalten sie Einfluss darauf, wo und wie ihre Daten verarbeitet werden, und können die Plattform in bestehende IT-Landschaften integrieren. Offene Technologien und Standards helfen dabei, langfristige Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu reduzieren.

Fazit: Souveränität braucht echte Wahlmöglichkeiten

Der Bitkom Cloud Report 2026 zeigt, dass digitale Souveränität für deutsche Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Fehlende Transparenz, regulatorische Unsicherheiten und Lock-in-Effekte erschweren es jedoch, bestehende Abhängigkeiten zu reduzieren.

Umso wichtiger sind offene Standards, interoperable Systeme und flexible Betriebsmodelle. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Unternehmen und öffentliche Einrichtungen die Kontrolle über ihre Daten und IT-Infrastruktur behalten und ihre technologischen Entscheidungen langfristig selbst treffen können.